Mieterforum Berlin
Reden, Vorträge, Soli-Erklärungen und Offene Briefe der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen - Druckversion

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Reden, Vorträge und Erklärungen der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen - akelius-mietervernetzung - 09.09.2018

Zu verschiedenen Anlässen halten wir Reden (z.B. auf Demos), Vorträge (z.B. auf Infoveranstaltungen) oder verfassen Erklärungen (z.B. als Soli-Erklärung). Alle diese Texte drücken unsere Positionen aus und können frei verwendet und vervielfältigt werden.


[14.04.2018] Mietenwahnsinn widersetzen! / Mietendemo in Berlin

Die Demo führt an der Obentrautstraße 25 vorbei. Ein Akelius Haus. Im Akelius-Jahresbericht 2017 ist ein Foto des Treppenhauses der Obentrautstraße mit Stuck und übergroßen Wandspiegeln abgebildet. Dazu der Kommentar: „Renovating common areas preserves the soul of the building. Tenants love a beautiful entrance where historical ornaments have been preserved. Akelius maintains the soul of the property when we renovate.“
Das ist ja schön und gut. Aber was wir wirklich lieben, ist eine Miete, die uns nicht auffrisst!
Akelius ist eines der großen privaten Wohnungsunternehmen in Berlin und einer der radikalsten Mietpreistreiber in der Stadt. Angebote von 25,- bis 30,- € Miete pro Quadratmeter sind bei Akelius selbst im Milieuschutzgebiet keine Seltenheit.
Die Folge dieses skandalösen Geschäftsgebarens ist, dass in vielen Akelius Häusern Wohnungen über Monate leer stehen. Denn wer kann schon 1000,- € Miete für 40 m² zahlen? 
Wir nicht! Und wir wollen das auch gar nicht!
Aber nicht nur die viel zu hohe Miete ist ein Problem. Akelius-Mieter*innen berichten:
  • dass ihre Anliegen verschleppt werden.
  • dass sie Kündigungen bei geringsten oder auch konstruierten Anlässen erhalten.
  • dass frei werdende Wohnungen grundsätzlich neu modernisiert werden, egal wie lange sie bewohnt waren. Und jedes Mal müssen die nächsten Mieter*innen noch mehr Miete zahlen.
  • dass Akelius ihr Haus im Share-Deal-Verfahren gekauft und damit den Bezirk um sein Vorkaufsrecht geprellt hat.
Deshalb haben wir Akelius-Mieter*innen begonnen uns zu vernetzen. In den letzten Wochen haben wir über 8.000 Haushalte geflyert und zur Demo heute eingeladen. Am 6. Mai treffen wir uns zur ersten berlinweiten Akelius-Mieter*innen-Vollversammlung. In einem Internet-Forum tauschen wir uns aus und sammeln Informationen. Damit schaffen wir die Grundlage für unsere gegenseitige solidarische Unterstützung.
Akelius hat zwar allein in Berlin über 500 Häuser, aber wir sind Zehntausende Mieter*innen!
Und weil Akelius auch in anderen Städten weltweit dieses Geschäftsmodell betreibt, vernetzen auch wir uns weltweit. Derzeit knüpfen wir Kontakt zu Aktivist*innen in Köln, Hamburg und New York.
Ihr da von Akelius hört mal: 850,- € Miete für 29 m² könnt ihr vergessen! Fangt lieber was Sinnvolles mit eurem Leben an, anstatt mit unseren Wohnungen auf Profit zu spekulieren!


RE: Reden, Vorträge und Erklärungen der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen - akelius-mietervernetzung - 28.11.2018

[02.06.2018] Berlin solidarisch mit Hamburg! / Kundgebung vor der Akeliuszentrale in Berlin
Redebeitrag der Akelius-Mieter*innen-Vernetzung Berlin

Heute war eine große Mietendemo in Hamburg. Aus Solidarität dazu stehen wir jetzt hier und prangern das Geschäftsgebaren von Akelius an. Denn auch in Hamburg fällt Akelius als Gentrifizierer und Mietpreistreiber Nr. 1 auf.
Akelius ist das größte private Wohnungsunternehmen Schwedens und hat seinen weltweit wichtigsten Standort in Berlin. Wir stehen hier vor der Deutschland-Zentrale des Konzerns, einem Haus, das Akelius mit allen Mitteln radikal entmietet hat und auch die letzte Mietpartei noch unbedingt loswerden will. Einem Haus, in dem bis vor wenigen Jahren noch gewohnt und kreativ gearbeitet wurde. Heute ist es ein Tempel der Spekulation.
Seinen Profit macht der Konzern immer nach dem gleichen Muster: Modernisieren ohne Sinn und Verstand. Egal wie lange eine Wohnung bewohnt war oder in welchem Zustand sie ist: alles raus, alles neu und die neue Miete rauf auf 20 bis 35 € / qm. Sind Mieter*innen im Weg, werden sie mit Hilfe geringster Anlässe gekündigt oder durch das Verschleppen ihrer Anliegen zermürbt.
Die Folge ist klar: Leerstand vor der Modernisierung, Leerstand nach der Modernisierung. Zur Not wird Leerstand auch verbarikadiert und mit Security bewacht, wie in der Reichenberger Straße 114.
Dieser Irrsinn muss ein Ende haben. Deshalb haben wir Akelius-Mieter*innen uns berlinweit vernetzt und eine Struktur geschaffen, in der wir uns gegenseitig solidarisch unterstützen.
Von der Politik erwarten wir, dass sie endlich einen wirksamen Mieter*innen-Schutz installiert. Die rot-rote Landesregierung hat Anfang der 2000er den öffentlichen Wohnungsbestand weitgehend privatisiert. Die Auswirkungen sehen wir heute. Längst fällige Schritte, um den sozialen Frieden in der Stadt nicht weiter zu gefährden, sind ein Zwangsräumungsmoratorium, eine umfassende Rekommunalisierung und die Abkehr von der Berliner Linie.
Akelius hat zwar allein in Berlin über 600 Häuser, aber wir sind Zehntausende Mieter*innen!
Und weil Akelius auch in anderen Städten weltweit sein skandalöses Geschäftsmodell betreibt, vernetzen auch wir uns weltweit.
Für ein Wohnen in Würde ohne Akelius in Berlin, Hamburg, New York und überall!


[02.06.2018] Berlin solidarisch mit Hamburg! / Demo MIETENmove! in Hamburg
Grußwort der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen Berlin nach Hamburg

Die Berliner Akelius-Mieter*innen-Vernetzung grüßt Hamburg!
Wo Akelius ist, steigen die Mieten. Seinen Profit macht der Konzern immer nach dem gleichen Muster: Modernisieren ohne Sinn und Verstand. Egal wie lange eine Wohnung bewohnt war oder in welchem Zustand sie ist: alles raus, alles neu und die neue Miete rauf auf 20 bis 35 € / qm. Sind Mieter*innen im Weg, werden sie mit Hilfe geringster oder konstruierter Anlässe gekündigt oder durch das Verschleppen ihrer Anliegen zermürbt.
Die Folge ist klar: Leerstand vor der Modernisierung, Leerstand nach der Modernisierung. Zur Not wird Leerstand auch verbarikadiert und mit Security bewacht, wie in einem Haus in Kreuzberg.
Dieser Irrsinn muss ein Ende haben. Deshalb haben wir Akelius-Mieter*innen uns berlinweit vernetzt und eine Struktur geschaffen, in der wir uns gegenseitig solidarisch unterstützen.
Und weil Akelius auch in anderen Städten weltweit sein skandalöses Geschäftsmodell betreibt, vernetzen auch wir uns weltweit.
Für ein Wohnen in Würde ohne Akelius in Berlin, Hamburg, New York und überall!
Aus Solidarität zu euch hier in Hamburg, protestieren wir heute 17 Uhr vor der Akelius-Zentrale in Berlin, an dem Ort, an dem der Konzern seinen weltweit wichtigsten Standort aufgebaut hat.
Akelius hat zwar allein in Berlin über 600 Häuser, aber wir sind Zehntausende Mieter*innen!


Grußwort (englisch/deutsch) aus Brooklyn / New York von der CHTU und den organisierten Akelius-Mieter*innen

The Crown Heights Tenant Union and the Akelius tenants of Brooklyn rejoice that Berlin and Hamburg tenants are organizing to stop Akelius' attacks on working-class communities. One struggle, one fight!
International tenant solidarity will break the power of the landlords -- and win another world, without landlord or boss control over our lives.

Übersetzung:
Die Mietergewerkschaft aus Crown Heights und die Akelius-Mieter_innen aus Brooklyn sind außer sich vor Freude, dass sich nun auch in Hamburg und Berlin Akelius-Mieter_innen organisieren, um deren Angriffe auf Nachbarschaften der Arbeiterklasse zu stoppen. One struggle, one fight!
Internationale Mieter_innensolidarität wird die Macht der Vermieter brechen! Denn wir haben eine Welt zu gewinnen, ohne Vermieter oder die Kontrolle von irgendwelchen Chefs über unsere Leben!

[15.06.2018] Akelius-Mieter*innen solidarisch mit Mieter*innen der Deutsche Wohnen! / Kundgebung vor der Zentrale der Deutsche Wohnen in Berlin anlässlich der Aktionärsversammlung der Deutsche Wohnen in Frankfurt
Redebeitrag der Akelius-Mieter*innen-Vernetzung Berlin

Weil es richtig ist, unseren Protest an die Orte zu tragen, an denen mit unseren Wohnungen und somit mit unseren Lebensentwürfen spekuliert wird, stehen wir heute hier. Deutsche Wohnen, Akelius und wie sie alle heißen, sollen die Konsequenzen ihres Handelns spüren. Keiner soll mehr in seinem Büro sitzen und mit Zahlen jonglieren können, ohne dass er oder sie nicht kapiert, dass Menschen davon in ihren privatesten und schützenswertesten Räumen angegriffen werden.
Wohnen ist ein Menschenrecht! Aber die profitorientierte Immobilienwirtschaft schert sich einen Dreck um uns Menschen und unsere Rechte. Stattdessen wird noch das Sozialgefüge unserer Kieze als hip, cool oder in vermarktet und mit Geld erstickt. Man kann kein Lebensgefühl kaufen oder verkaufen. Man kann nur leben und gestalten oder eben kaufen und konsumieren. Mit eurem Geld prügelt ihr uns aus unseren Wohnungen, aber was mit euch kommt ist eine soziale Wüste der Langeweile und Realitätsferne.
Die börsennotierten Wohnungsgesellschaften gehören enteignet und kommunalisiert! Wir Menschen in unseren Häusern und Nachbarschaften wollen unsere Wohnsituation selbst gestalten. Wir wollen gegenseitig Verantwortung für uns und unser Umfeld übernehmen. Was wir nicht wollen, ist die Profitrate von irgendwelchen Konzernen leben oder vorgeschrieben bekommen, wo wir wohnen sollen und wo wir nicht mehr wohnen dürfen.
Die Wohnungspolitik muss grundsätzlich verändert werden! Sie muss vom Markt genommen und den Mieter*innen gegenüber wohlwollend betrieben werden. Warum wird bei Mietverzug nicht erstmal eine Mahnung geschickt, sondern gleich gekündigt und sofort eine Räumungsklage hinterhergeworfen, obwohl die Kündigungsfrist noch gar nicht abgelaufen ist? Warum dürfen Vermieter mit einem vorläufigen Räumungstitel zwangsräumen, ohne den Ausgang eines Berufungsprozesses abwarten zu müssen? Warum müssen Mieter*innen Fehler der Vermieter immer hinnehmen und in zähen Prozessen um Korrektur oder Entschädigung kämpfen und werden selbst beim kleinsten Anlass rausgeschmissen?
Dieses Ungleichgewicht hat keine Zukunft! Besser heute als morgen müssen die Bestände der Deutsche Wohnen, Akelius & Co in Mieter*innen-Hände überführt werden!

[27.08.2018.2018] Stoppt die Miethaie von Akelius und Co.
Veranstaltung der Basisorganisation Reuterkiez mit einer Aktivistin der Akelius-Mieterinitiative
http://www.die-linke-neukoelln.de/nc/politik/termine/detail/zurueck/termine-2/artikel/basisorganisation-reuterkiez-5866d6c137/

Mietenwahnsinn, Situation in Berlin, die Akelius Berlin GmbH und die Aufgabe der Linken
  • In Berlin gab es lt. dem Amt für Statistik BB Ende 2017 1,9 Mio Wohnungen, darunter 1,6 Mio Mietwohnungen.
  • Das entspricht einem Anteil von rund 85 % und deren Preise haben sich in den vergangenen zehn Jahren in vielen Bezirken mehr als verdoppelt. In 2017 belaufen sich die Durchschnittsnettokaltmieten 7,30 € /m² in Marzahn-Hellersdorf 11,90 €/m² in Friedrichshain/Kreuzberg.
  • Und es ist kein Ende der weiteren Mietsteigerungen in Sicht. Im Berliner Durchschnitt betragen die Nettokaltmieten 9,07 €/m²
    (2009 waren es noch 6,00 €/m²).

In keiner anderen Großstadt der Welt sind die Preise für Immobilien im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie in Berlin. Das ist das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens Knight Frank im April 2018. Die erzielten Kaufpreise haben sich demnach innerhalb eines Jahres um 20,5 Prozent verteuert - damit hat Berlin selbst boomende chinesische Städte hinter sich gelassen. 
Vergleicht man die durchschnittlichen Wohnkosten mit den durchschnittlichen Gesamteinnahmen der Berliner Haushalte, zeigt sich, dass auch in der Hauptstadt Mieter in mehreren Bezirken mehr als 30 Prozent ihrer Einnahmen für ihre Wohnung ausgeben müssen: in Mitte sind es im Schnitt 40 Prozent, in Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg jeweils 37 Prozent der durchschnittlichen Gesamteinnahmen. Berlinweit lag dieser Wert 2017 bei 29 Prozent.
  • Einer dieser Miethaie ist die private börsennotierte Wohnungsgesellschaft Akelius Berlin GmbH, die ich heute etwas näher vorstellen möchte:
Zunächst etwas zu Roger Akelius, dem Gründer dieses Firmenimperiums:
  • Roger Akelius wurde 1945 geboren und wuchs in dem sehr kleinen Ort Stora Mellby in Schweden auf (2010 hatte der Ort 321 Einwohner).
  • Er bekam seinen ersten Sommerjob als er elf Jahre alt war in einer Molkerei. Von seinen zwei ersten Gehältern kaufte er sich eine Kamera und ein Zelt. Von seinem dritten Gehalt kaufte er seine erste Immobilie - ein Sommerhaus.
  • Mit 23 Jahren wurde er 1968 Schwedens erster Dozent an der Chalmers Universität für Technologie in Göteborg. Als er erkannte, dass es keine Bücher über Programmierung gab, begann er, seine eigenen Lehrbücher zu schreiben. Kein Verlag glaubte an die Idee. Also startete er seinen eigenen Verlag und veröffentliche zwanzig beliebte Bücher.
  • 1974 erschien sein nächstes Buch „Alles über Premium Anleihen“, welches in 100.000 Exemplaren verkauft wurde. Er schrieb über die Möglichkeit, beim Kauf von Premium-Anleihen positive Steuereffekte zu nutzen, was das Interesse an der Sparform erhöhte. Akelius hat zudem eine Gesellschaft zur Beratung und Verleihung von Anleihen mit 35 Mitarbeitern gegründet und machte den Namen Akelius bei den Massen bekannt. 
  • 1982 erschien sein Buch Akelius Steuer, hier erklärte er auf eine einfache und persönliche Weise, was normale Menschen tun können, um legal ihre Steuern zu senken. 
  • 1985 war Akelius der erste in der Welt, der Programme für Steuererklärungen verkaufte.
  • 1994 dann kaufte er seine ersten Immobilien in Göteborg, Helsingborg und Trollhättan. Er gründete die Akelius Residential Property AB (zu vergleichen mit einer AG), eine Firma, die heute Schwedens größtes Immobilienunternehmen ist.
Akelius GmbH
Die Akelius GmbH ist eine Tochter der Akelius Residential Property AB. Die Geschäftsidee besteht darin, Wohnimmobilien in attraktiven Städten mit starkem Wachstums- und Ausbaupotenzial zu kaufen, zu modernisieren und zu verwalten. Dabei ist die Akelius GmbH an Immobilien interessiert, die einen geringeren Gewerbeflächenanteil als 20 Prozent haben. 
Ein wichtiger Teil des Akelius Konzepts ist der Slogan „Better Living / Besser leben“. Das heißt, dass Akelius derzeit leere Wohneinheiten auf ein selbst definiertes „First Class Niveau“ modernisiert, da bei Modernisierungen die Mietpreisbremse nicht gilt. Die Wohnungen werden mit eigens für Akelius in Schweden hergestellten Küchen ausgestattet. Auch Fertigparkett und Kacheln sollen Spezialanfertigungen sein. Die Wohnungen können dann zu jeder beliebigen Höhe angeboten werden.
Die Sanierungen sorgen nicht nur für Lärm und Dreck, worunter die übrigen Mieter leiden. Sie führen zudem dazu, dass Wohnungen länger leer stehen, was den Markt weiter verknappt. Wenn eine Sanierung geplant ist, dürfen Vermieter Wohnungen leer stehen lassen. Dafür brauchen sie eine Genehmigung vom Bezirksamt. Doch auch wenn eine solche nicht vorliegt: Solange das Bezirksamt nicht weiß, wo Wohnungen unbelegt sind, kann es auch gar keine Vergehen bestrafen.
In meiner Nachbarschaft wurde z.B. eine 1 Zi. Wohnung von ca. 30  von Anfang März bis Mitte Juni saniert. Oft passierte tagelang nichts.
Jährlich werden ca. 4.000 Wohnungen für etwa 2 Mrd. schwedische Kronen = 194 Mio EUR modernisiert. 
Akelius möchte das Wohnungsunternehmen sein, das über das weltweit am besten ausgebildete Personal verfügt. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter des Unternehmens haben an der Akelius Universität eine einjährige MBA-Ausbildung (Master of Business Administration) in Wohnimmobilien absolviert, um dann bestausgebildet Bestandsmieter zu vergraulen, indem nicht ordentlich angekündigte Bauarbeiten durchgeführt, Schäden nicht behoben würden und Akelius schlichtweg nicht erreichbar sei. Von fehlenden Ansprechpartner/innen berichten auch Mieter/innen aus Berlin-Neukölln. Es gebe nur eine allgemeine Servicenummer, auf Reparaturtermine müsse man lange warten, Hausmeister gebe es nicht. Obendrein zeigten neu eingebaute Armaturen schon nach einem Jahr starke Verschleißerscheinungen.

Das gesamte Unternehmen weltweit in folgenden Fakten:
  • ca. 800 Mitarbeiter
  • ca. 50.000 Wohnungen in 18 Metropolen wie Berlin, Hamburg, Stockholm, Kopenhagen, Toronto, Montral, London, Paris und New York in 7 Ländern – konzentriert sich auf Wohnimmobilien in attraktiven Städten mit starkem Wachstum und Modernisierungspotenzial.
  • seit 2006 Kauf von Immobilien in Deutschland
  • Der Wert der im Besitz befindlichen Immobilien beläuft sich auf etwa 105 Milliarden SEK = 10,2 Mrd. EUR.
  • 7.000 Neuvermietungen und 4.000 Wohnungssanierungen pro Jahr
  • 50 Millionen Euro Spenden an SOS Kinderdörfer seit 2009 – im Verhältnis zu seinem Vermögen – ein verschwindend geringer Teil
  • derzeit ca. 600 Häuser in Berlin, ca. 12.000,00 Wohnungen
In Deutschland arbeiten ca. 300 Mitarbeiter für Akelius in München, Köln, Frankfurt, Hamburg und Berlin. Berlin deckt mit 250 Mitarbeitern die größte Einheit der Belegschaft ab und bildet den deutschlandweiten Hauptsitz mit sowohl nationalen als auch internationalen Teams.

Einige aktuelle Beispiele:
Berlin-Friedrichshain
Friedrichsberger Str. 3 / 2 Zi. / 41,03 m² / 1.050,00 warm / 25,59 €/m²
Kopernikusstr. 4 / 2 Zi /. 61,22 m² / 1.300,00 warm / 21,23 €/m²
Andreasstr. 20 / 1 Zi. 28,8 m² / 780,00 warm / 27,08 €/m²
Berlin-Neukölln
Weichselstr. 7 / 2 Zi 62,2 m² / 1.400 € warm / 22,50 €/m²
Pannierstr. 35 / 1 Zi 35,3 m² / 850 € warm / 24,07 €/m²
Berlin-Kreuzberg
Reichenberger Str. 72 a / 1 Zi / 29,79 m² / 870 € warm / 29,20 €/m²
Das heißt, Akelius vermietet eine modernisierte Wohnung meist nicht unter 20,00 € warm. 

Es ist also immer mehr die Zeit gekommen, Mieterinitiativen aufzubauen und örtliche, regionale und bundesweite Vernetzung zur gemeinsamen Durchsetzung von Mieterrechten und kollektiver Gegenwehr bis hin zu einem Mieterhöhungsboykott zu organisieren.
Unter den Akelius Mietern in Berlin gab es bereits 3 Treffen (gestern war das 3. )
  • Solidarität, Unterstützung und öffentlicher Druck - das sind die Ziele der Initiative.
  • Leider war die Beteiligung nur sehr gering, ca. 30-40 Teilnehmer.
  • 2 RA geben zunächst ca. eine Stunde lang Auskünfte auf allgemeine Fragen der Mieter (gestern war Thema Mietvertrag / Untervermietung)
  • Vorbereitung Gegendemo am 21.9. zum Seehofer Wohnungsgipfel
  • Web-Seite https://www.mieterforum-berlin.de/
Die Politik ist mehr denn je gefragt,
zumal die damalige PDS 2004 als Teil der rot-roten Landesregierung eine sehr unrühmliche Rolle spielte.
Bis zum Jahre 1998 waren die GEHAG und bis 2004 die GSW im vollständigen Besitz des Landes Berlin gewesen. Eine immer noch sehr fatale Rolle spielte zu dieser Zeit die damalige PDS (heute: DIE LINKE), die als Teil der rot-roten Landesregierung die Privatisierung der GSW im 2004 aktiv vorangetrieben hat. Im Jahr 2010 stimmten DIE LINKE mit der SPD und den GRÜNEN sogar dem Börsengang der GSW zu. Das ermöglichte dann dem Immobilienkonzern „Deutsche Wohnen“ die Häuser der GSW und GEHAG im Jahr 2013 zu kaufen – mit den bekannten Folgen. Personelle Konsequenzen wurden damals natürlich nicht gezogen, auch wenn die Berliner LINKE inzwischen die Privatisierung der GSW als Fehler bezeichnet.
Gerade die heutige Situation auf dem Wohnungsmarkt bietet der Partei DIE LINKE die Chance im gemeinsamen Kampf gegen Mietwucher sich zu positionieren, Mieterinitiativen aktiv zu unterstützen und so auch wieder die Stimmen der Wähler für sich zu gewinnen. 
Es muss das Prinzip „Profit vor Menschen“ abgeschafft werden. Häuser dürfen nicht mehr für den Profit, sondern zum Wohnen gebaut werden. Letztlich muss der Wohnraum Allgemeingut werden.

Ich zähle hier nur einige mögliche Maßnahmen auf:
  • Sofortiger Mietpreisstopp, Abschaffung des Systems von Vergleichsmieten und Mietspiegel. 
  • Einführung einer reglementierten und kontrollierten Kostenmiete. Grundlage hierfür ist eine Kostenaufstellung des Vermieters wie es früher bei den Sozialwohnungen war.
  • Neubau von 250.000 Sozialwohnungen im Jahr und mehr Wohnungen in öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand.
  • Legalisierung der Besetzung von Gebäuden, die aus spekulativen Gründen leer stehen.
  • Ohne mehrheitliche Zustimmung der Betroffenen, kein Abriss von Häusern, keine Modernisierung.
  • Bei energetischen u.a. Modernisierungen dürfen nur max. 3 % der Kosten (z.Z. 11 %) auf die jährliche Miete aufgeschlagen werden. Die Umlegung auf die Jahre muss mit der Lebensdauer der Modernisierungsmaßnahmen in Einklang stehen.
  • Kein Verkauf mehr von öffentlichen Wohnungen, bebauten Grundstücken und Bauland an private Investoren.

[01.09.2018Redebeitrag Akelius-Vernetzung zum Reichenberger-Straßenfest

Liebe Leute auf dem Reichenberger-Straßenfest, schönen Gruß von der Vernetzung der Menschen, die in Häusern der Firma Akelius wohnen! Wir finden es toll, dass es dieses selbstorganisierte Straßenfest gibt, und dass hier in Redebeiträgen Zumutungen geschildert werden, die viele Menschen in Berlin erleiden müssen.
Auch wir sind ein Basis-Zusammenschluss. Wir haben im Februar begonnen, uns gegen Akelius zu organisieren, weil diese Firma immer mehr Leuten das Leben schwer macht. Gerade auch hier in der Reichenbergerstr. gibt es solche Fälle.
Aber zuerst ein paar Infos über Akelius. Akelius war noch vor ein paar Jahren das größte private Immobilienunternehmen Schwedens. Mittlerweile ist es verstärkt im Ausland aktiv, und zwar in Deutschland, Frankreich, Kanada, England und den USA. In einer Selbstdarstellung schreibt Akelius, dass sie sich auf, Zitat, Wohnimmobilien in attraktiven Städten mit starkem Wachstum und Modernisierungspotenzial konzentrieren. Das bedeutet: Akelius' Geschäftsmodell ist, für diese Verteuerung selbst zu sorgen, indem sie die Wohnungen teuer ausstatten, teilmöblieren oder auch einfach nur irgendwas erneuern oder gar nur oberflächlich sanieren, und das dann Modernisierung nennen. Dann gilt die sogenannte Mietpreisbremse der Bundesregierung nicht. Quadratmeterpreise von über 20 Euro warm sind bei Akelius völlig normal.
Zitat aus der Selbstdarstellung: „Akelius gehört zu den besten der Welt, um Appartements und allgemeine Flächen zu modernisieren. Jedes Jahr renoviert Akelius 4000 Wohnungen.“ Zitat Ende. Insgesamt hat Akelius rund 50000 Wohnungen. In Berlin sind es 12000, obwohl die Firma erst seit 2006 hier aktiv ist.
Da sich die negativen Meldungen gehäuft haben, organisieren wir den Widerstand. Wir haben in 700 Häuser Flugblätter geworfen, um Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Letzten Sonntag hatten wir die dritte Vollversammlung für alle Akelius-Mieterinnen und -Mieter. Wir sorgen für eine Berlin-weite Vernetzung, vermitteln Rechtsberatung und bringen Akelius in die Medien.
Diese Firma verschleppt gern unsere Anliegen, renoviert auch Wohnungen, die erst vor kurzem renoviert worden sind, und verschickt Kündigungen, die ungerechtfertigt sind oder auf kleinsten Anlässen beruhen. Akelius hat auch Häuser im Share-Deal-Verfahren gekauft. Das bedeutet, dass offiziell nicht das Haus gekauft wird, sondern die Mehrheitsanteile an der Firma, der es gehört. Bei dieser seit Jahren üblichen, aber in der Allgemeinheit noch nicht sehr bekannten Praxis muss die Grunderwerbssteuer nicht gezahlt werden, und der Bezirk verliert in Milieuschutzgebieten sein Mitspracherecht und sein Vorkaufsrecht.
Auf diese Weise ist Akelius auch im Reichenberger-Kiez vorgegangen, der in einem Milieuschutz-Gebiet liegt. Hier nun ein paar Beispiele für das Treiben von Akelius in dieser Gegend.
Die Reichenbergerstr. 52 hat Akelius 2014 gekauft, offensichtlich per Share Deal. Gleich danach hat Akelius an mehrere Haushalte unberechtigte fristlose Kündigungen geschickt. Mittlerweile hat eine Person, die bei Akelius arbeitet, am Telefon zugegeben, dass damals auf Verdacht 300 Kündigungen verschickt wurden. Später erhielten in dem Haus mehrere Haushalte unberechtigte Mieterhöhungsverlangen, die angeblich vom Mietspiegel gerechtfertigt waren – waren sie aber nicht! Derzeit will Akelius das Haus umfassend sanieren, informiert aber die Bewohnerinnen und Bewohner nur unzureichend und setzt sie unter Druck. Genehmigunspflichtige Modernisierungen sind angekündigt, aber nicht beim Bezirk beantragt. Der Bezirk hat aber vor kurzem die Erlaubnis erteilt, dass das Haus in Eigentumswohnungen umgewandelt werden darf. Ein Skandal ist, dass so etwas in einem Milieuschutzgebiet möglich ist. Wer hat heute schon das Geld, sich hier eine Wohnung zu kaufen? Die kämpferischen Leute in der Reichenberger 52 suchen nun Hilfe, um das Schwamm-Gutachten in Frage zu stellen, mit dem Akelius die umfassende Sanierung des Hauses begründet. Mehrere Haushalte sollen in andere Häuser umgesetzt werden – wer weiß, für wie lange!
Auch die Reichenbergerstraße 114 hat Akelius per Share Deal gekauft, und zwar im vergangenen Winter. Hier steht schon seit Jahren das Ladenlokal leer. An Pfingsten wurde es im Rahmen einer großen Besetzungskampagne durch die Gruppe „Friedel im Exil“ besetzt, um ein Soziales Zentrum einzurichten. Akelius ließ es noch am selben Tag räumen und hat sich überhaupt nicht für das soziale Anliegen interessiert. Die Polizei verletzte bei der Räumung etliche Menschen, obwohl vor dem Haus nur eine friedliche angemeldete Kundgebung stattfand.
In der Reichenbergerstraße 72a bietet Akelius extrem teure Wohnungen an. Eine teilmöblierte Ein-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss des Seitenflügels, die 28 Quadratmeter groß ist, kostet 850 Euro Warmmiete! Das sind 30 Euro pro Quadratmeter! 2014 kostete diese Wohnung 350 Euro und war in einem guten Zustand. Im ersten Stock kostet eine 30-Quadratmeter-Wohnung übrigens 870 Euro.
Hier im Kiez finden sich weitere Beispiele für die krass mietentreibende Wirkung von Akelius. In der Liegnitzer Straße 37 kostet eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern zur Zeit 1400 Euro. In der Forster Straße 52 kosteten kürzlich 71 Quadratmeter 1450 Euro. In der Reichenberger Straße 153 kostete eine Ein-Zimmer-Wohnung mit 40 Quadratmetern 1000 Euro. In der Wiener Straße 31 waren es 1600 Euro für 75 Quadratmeter.
Informiert euch und andere über Akelius! Macht die Vernetzung bekannt! Wir suchen immer Erfahrungsberichte, auch kurze, um zu wissen, was in den Häusern so passiert ist. Sie können uns per E-Mail geschickt werden. Die Adresse ist:
akelius-mietervernetzung(ät)posteo.de. In einem Online-Forum sind diverse Infos gesammelt: www.akelius-vernetzung.de. Hier auf dem Fest gibt es einen Info-Stand.

Die Mietenentwicklung hier in der Gegend, die Akelius ausnutzt und vorantreibt, ist auch im Zusammenhang mit der Ansiedlung von IT-Firmen zu sehen, die unter anderem vom sogenannten Google-Campus vorangetrieben wird. Viele Menschen sagen deshalb: Fuck Off Google! Es wird Zeit, dass der Reichenberger-Kiez auch ruft: Fuck! Off! Akelius!!!

[01.09.2018]  Redebeitrag Akelius-Vernetzung für den Kiezspaziergang Großbeerenkiez

Liebe Leute auf dem Kiezspaziergang, das Bündnis der Akelius-Mieterinnen und -Mieter heißt euch willkommen in der Obentrautstraße! Was haltet ihr von folgendem Angebot? Im Haus Nummer 22 wurde kürzlich eine 2-Zimmer-Wohnung mit 42 Quadratmetern für eine Warmmiete von 1100 EUR angeboten. Das sind über 25 EUR pro Quadratmeter. Oder wie wäre es mit der Nummer 25? Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 104 Quadratmetern für 1500 EUR. Letzteres ist geradezu günstig angesichts des Vermieters, der berühmt-berüchtigten Firma Akelius. Gegen diese Firma organisieren wir uns seit Februar.
Akelius war noch vor ein paar Jahren das größte private Immobilienunternehmen Schwedens. Mittlerweile ist es verstärkt im Ausland aktiv, und zwar in Deutschland, Frankreich, Kanada, England und den USA. In einer Selbstdarstellung schreibt Akelius, dass sie sich auf, Zitat, Wohnimmobilien in attraktiven Städten mit starkem Wachstum und Modernisierungspotenzial konzentrieren. Das bedeutet: Akelius' Geschäftsmodell ist, für diese Verteuerung selbst zu sorgen, indem sie die Wohnungen teuer ausstatten, teilmöblieren oder auch einfach nur irgendwas erneuern oder gar nur oberflächlich sanieren, und das dann Modernisierung nennen. Dann gilt die sogenannte Mietpreisbremse der Bundesregierung nicht. Quadratmeterpreise von über 20 Euro warm sind bei Akelius völlig normal.
Zitat aus der Selbstdarstellung: „Akelius gehört zu den besten der Welt, um Appartements und allgemeine Flächen zu modernisieren. Jedes Jahr renoviert Akelius 4000 Wohnungen.“ Zitat Ende. Insgesamt hat Akelius rund 50000 Wohnungen. In Berlin sind es 12000, obwohl die Firma erst seit 2006 hier aktiv ist.
Da sich die negativen Meldungen gehäuft haben, organisieren wir den Widerstand. Wir haben in 700 Häuser Flugblätter geworfen, um Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Letzten Sonntag hatten wir die dritte Vollversammlung für alle Akelius-Mieterinnen und -Mieter. Wir sorgen für eine Berlin-weite Vernetzung, vermitteln Rechtsberatung und bringen Akelius in die Medien.
Diese Firma verschleppt gern unsere Anliegen, renoviert auch Wohnungen, die erst vor kurzem renoviert worden sind, und verschickt Kündigungen, die ungerechtfertigt sind oder auf kleinsten Anlässen beruhen. Akelius hat auch Häuser im Share-Deal-Verfahren gekauft. Das bedeutet, dass offiziell nicht das Haus gekauft wird, sondern die Mehrheitsanteile an der Firma, der es gehört. Bei dieser seit Jahren üblichen, aber in der Allgemeinheit noch nicht sehr bekannten Praxis muss die Grunderwerbssteuer nicht gezahlt werden, und der Bezirk verliert in Milieuschutzgebieten sein Mitspracherecht und sein Vorkaufsrecht.
Auf diese Weise ist Akelius möglicherweise auch hier vorgegangen. Die Obentrautstraße 25 gehört Akelius, aber im Handelsregister ist auch eine Obentrautstr. 25 GmbH & Co. KG Vermietungs KG eingetragen.
In Kreuzberg 36 ist es erwiesen, dass Akelius Häuser per Share Deal gekauft hat. Extrem hohe Mieten verlangt Akelius auch dort.
Ein paar aktuelle Beispiele aus eurer Gegend, einzusehen unter www.akelius.de: Hallesches Ufer 24: 62 Quadratmeter für 1400 EUR Miete. Monumentenstraße 28: Eine Ein-Zimmer-Wohnung mit nicht mal 31 Quadratmetern für – haltet euch fest – 1030 EUR! Das sind über 33 EUR pro Quadratmeter. In den Häusern Wilhelmstraße 149 und 150 sowie Hallesches Ufer 28 waren in diesem Sommer ebenfalls schon Wohnungen zu deutlich mehr als 20 EUR pro Quadratmeter annonciert. Am Tempelhofer Ufer 5 kostete eine Anderthalb-Zimmer-Wohnung über 30 EUR pro Quadratmeter.

Informiert euch und andere über Akelius! Macht die Vernetzung bekannt! Wir suchen immer Erfahrungsberichte, auch kurze, um zu wissen, was in den Häusern so passiert ist. Sie können uns per E-Mail geschickt werden. Die Adresse ist:
akelius-mietervernetzung(ät)posteo.de. In einem Online-Forum sind diverse Infos gesammelt: www.akelius-vernetzung.de.

Die Mietenentwicklung in Kreuzberg, die Akelius ausnutzt und vorantreibt, ist auch im Zusammenhang mit der Ansiedlung von IT-Firmen zu sehen, die unter anderem vom sogenannten Google-Campus vorangetrieben wird. Diese Einrichtung soll demnächst in der Ohlauer Straße direkt am Landwehrkanal eröffnen. Viele Menschen sagen deshalb: Fuck Off Google! Es gibt sogar einen gleichnamigen Internetauftritt mit vielen Infos. Es wird Zeit, dass Kreuzberg auch ruft: Fuck! Off! Akelius!!!



RE: Reden, Vorträge und Erklärungen der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen - akelius-mietervernetzung - 28.11.2018

[28.09.2018] Wir Bleiben Alle-Demo / Mietendemo im Prenzlauer Berg
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen Berlin 

Dass die Situation für Mieter*innen beschissen ist – gerade auch im Prenzlauer Berg, müssen wir euch nicht erzählen. Das ist inzwischen allen klar. Deshalb werden wir euch was vom Widerstand gegen den Immobilienriesen Akelius berichten.
Akelius ist ein klassischer Spekulant und hat seinen weltweit wichtigsten Standort hier in der Stadt. Wir wissen zur Zeit von ca. 725 Häusern in Berlin, davon mind. 56 im Prenzlauer Berg.
Das sind eindeutig zu viele und noch eindeutiger ist die Miete viel zu hoch!
Wohnungen über 50 m² kosten in der Regel 20,- bis 25,- € / m². Je kleiner eine Wohnung desto teurer. Im Mai bot Akelius eine Ein-Zimmerwohnung in der Schönhauser Alle 108 mit 19,94 m² für 700,- € an. Das sind 35,- / m²! 
Doch der Vorteil bei einem solchen Riesen ist, dass er noch viel mehr Mieter*innen als Häuser hat! Und die sind bei diesen Mieten total abgegessen. Hier setzen wir an.
Wir vernetzen uns berlinweit und überregional, laden alle 2 bis 3 Monate zu Vollversammlungen ein, betreiben ein Online-Forum und pflegen einen Infoverteiler. In erster Linie geht es darum Infos zu sammeln und zu streuen. Alle sollen ihre Rechte kennen und wissen, wie sie sie durchsetzen können. Brennt es bei einem bzw. einer oder ist ein ganzes Haus betroffen, stellen wir Kontakte zu Mieter*innen in anderen Akelius-Häusern in der selben Situation her. Wir vermitteln Journalist*innen und bringen die Themen in die Öffentlichkeit. Oder wir rufen zur solidarischen Begleitung zu Terminen mit der Hausverwaltung auf.
Aber vor allem durchbrechen wir das lähmende Gefühl der Ohnmacht! Wenn wir den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern uns gemeinsam wehren, können wir was erreichen!
Akelius ist sehr auf seinen Ruf bedacht. Doch wer Share Deals macht, konsequent die Mietpreisbremse umgeht, Instandsetzungen verschleppt, wiederholt falsche Nebenkostenabrechnungen erstellt, auf Nachfragen mit Klagen und Kündigungen droht oder Kündigungen auch schon mal anlasslos ins Blaue hinein verschickt, ist angreifbar. Wir bleiben dran!
Wir leben nicht die Profitrate von Akelius! Wir leben unser Leben, in unseren Wohnungen und mit unseren Nachbarschaften! Also Finger weg von unseren Wohnungen und Häusern! Wir alle sind Menschen mit dem selben Nutzungsanspruch auf Licht, Luft, Wasser und Boden. Niemand hat das Recht damit Profit zu machen. Und unsere Häuser haben wir mit unserer Miete längst abgezahlt und der Boden, auf dem sie stehen, gehört uns allen! Und wer sich was anderes anmaßt, hat was ganz Entscheidendes noch nicht kapiert!

[29.09.2018] Infoveranstaltung vor der Anti-Gentrifizierungs-Soliparty für unbesiegbaren Mieter*innenkampf in der Regenbogenfabrik

Die Mietpreisbremse wird von Akelius konsequent umgangen, indem jede Wohnung nach Auszug der Vormieter*innen „umfassend modernisiert“ wird. Es gilt die Regel: wenn die Modernisierungskosten mind. 30% der Neubaukosten der selben Wohnung betragen, dann ist die Mietpreisbremse unwirksam. Akelius macht das bei allen seinen Wohnungen geltend.
Aber:
  • entscheidend ist, wie der Zustand der Wohnungen vor der sog. Modernisierung war (waren Thermofenster, Dielen etc. schon vorhanden, darf das nicht mehr als Modernisierung gerechnet werden)
  • was davon eigentlich Instandsetzung ist (das muss nämlich von den Modernisierungskosten abgezogen werden)
  • ob tatsächlich diese Gelder ausgegeben wurden.
Hier kann angesetzt werden., weil hier macht sich Akelius angreifbar.
Außerdem führen die ewigen Modernisierungen von Akelius zu Leerstand vor der Modernisierung (Stau) und Leerstand nach der Modernisierung (zu teuer). Berichtet wird von mehreren Wohnungen pro Haus, die teilweise Monate und Jahre leer stehen.

Angebotsmieten von Akelius in Berlin 2018
Alles Warmmieten und Wohnungen in der Regel ausgestattet mit Parkett oder Dielen, Einbauküchen, Geschirrspüler, Kühlschrank und Waschmaschine
Charlottenburg-Wilmersdorf:
„Erstbezug nach umfassender Modernisierung“ Nehringstraße 11 (1 Zimmer) / 19,7 m² für 690,- € = 35,03 € pro m² 
Friedrichshain-Kreuzberg:
„Umfassend modernisiert mit Terrasse, Einbauküche und Duschbad“ Urbanstraße 68 (1 Zimmer) / 22,7 m² für 850,- € = 37,44 € pro m² 
Lichtenberg:
„1 Zimmerwohnung mit Einbauküche, Parkettboden und Waschtrockner“ Franz-Jacob-Straße 1 (1 Zimmer) / 30,36 m² für 685,- € = 22,56 € pro m²
Mitte:
„Umfassend modernisierte 1 Zimmer Apartment nahe Rosa-Luxemburg-Platz“ Mulackstraße 6 (1 Zimmer) / 32,45 m² für 1200,- € = 36,98 € pro m² 
Neukölln:
„Wohnen am Tempelhofer Feld“ Lichtenrader Straße 38 (1 Zimmer) / 30,49 m² für 850,- € = 27,88 € pro m² 
Pankow:
„1 Zimmer-Wohnung mit Einbauküche und Duschbad“ Schönhauser Allee 108 (1 Zimmer) / 19,94 m² für 700,- € = 35,- € pro m² 
Spandau:
„Ein Monat nettokaltmietfrei – umfassend modernisierte Wohnung mit Einbauküche“ Sedanstraße 4e (1,5 Zimmer) / 53,18 m² für 1010,- € = 18,99 € pro m² 
Steglitz-Zehlendorf:
„Umfassend modernisierte Wohnung mit Einbauküche, Balkon und Dielen“ Peschkestraße 16 (2 Zimmer) / 55,82 m² für 1140,- € = 20,42 € pro m² 
Reinickendorf:
„Umfassend modernisierte Wohnung mit Einbauküche und Parkett“ Romanshorner Weg 52 (1 Zimmer) / 36,5 m² für 725,- € = 19,86 € pro m² 
Tempelhof-Schöneberg:
„Umfassend modernisierte Wohnung mit Einbauküche und Waschtrockner“ Belziger Straße 64 (1 Zimmer) / 30,43 m² für 850,- € = 27,93 € pro m² 
Treptow-Köpenick:
„Umfassend modernisierte Wohnung mit Einbauküche und Parkett“ Fritz-Kirsch-Zeile 17 (1 Zimmer) / 38,75 m² für 680,- € = 17,55 € pro m² 

Wohnen bei Akelius
Bei Mietvertragsabschluss gibt es die Broschüre: Willkommen / Akelius Deutschland mit ausführlichen Pflegehinweisen für zwangsweise mitgemietete Einbauten und Geräte:
„Einbauspüle, Kochfelder, Öfen, Dunstabzugshauben
  • mit Schwamm oder Vliestuch und handelsüblichem Spülmittel oder Edelstahlreiniger reinigen
  • wir empfehlen, die Fettfilter der Dunstabzugshaube alle zwei Monate unter fließendem Wasser oder im Geschirrspüler zu reinigen
  • nach ein bis zwei Jahren sollte der Aktivkohlefilter ausgetauscht werden
  • Geschirrspüler im abgekühlten Zustand öffnen, damit der austretende Wasserdampf die Arbeitsplatte nicht quellen lässt
Küchenmöbel und Arbeitsplatten
  • weiche, nicht fusselnde Tücher, einen Lederlappen oder Schwamm verwenden
  • in Verbindung mit einem flüssigen Haushalts- oder Glasreiniger
  • nach dem Reinigen die Flächen mit einem weichen Tuch trockenwischen

  • beim Gebrauch von zu nassen Tüchern kann Wasser in die Fugen eindringen und Möbelteile aufquellen
  • das Abstellen von heißem Kochgeschirr kann die Arbeitsplatte beschädigen, bitte einen geeigneten Untersatz verwenden
Boden
Sofern in Ihrer Wohnung ein Holzfussboden vorhanden ist, empfehlen wir Ihnen, diesen lediglich mit einem feuchten Tuch zu reinigen.
Dadurch wird das Aufquellen des Bodens verhindert.“
Weiter gibt es in der Broschüre u. a.: Energiespartipps, Lüftungstipps, Angaben zu Ruhezeiten, Mülltrennung, Tierhaltung, Treppenhausordnung, Fahrradabstellordnung...

=> Akelius ist sozial verantwortungslos wegen der hohen Mieten, steht für ökologischen Unsinn wegen der Dauermodernisierungen und für Bevormundung wegen der Ausstattung.

[30.10.2018] Solidarität mit den Besetzungen in der Großbeerenstraße 17a
Solierklärung der 4. Vollversammlung der Akelius-Mieter*innen Berlin vom 28.10.18

Wir Mieter*innen erklären uns mehrheitlich solidarisch mit dem Hausprojekt Großbeerenstraße 17a und fordern, den jahrelangen Leerstand zu beenden und den Besetzer*innen die leerstehenden Wohnungen zu übertragen.
Wohnungen werden nicht aus Spaß oder Langeweile besetzt, sondern aus der Not heraus. Politik und Wirtschaft finden keinen Weg, den immer weiter schrumpfenden bezahlbaren Wohnungsbestand zu retten und auszubauen. Im Gegenteil: die Mieten steigen und steigen. Würde es genug bezahlbare Wohnungen geben, wären Besetzungen überflüssig.
Als Akelius-Mieter*innen wissen wir sehr genau, wie bezahlbarer Wohnraum immer knapper gemacht wird. Der Konzern ist Spezialist im Umgehen der Mietpreisbremse. Angebotsmieten von 30 bis zu 37 Euro pro m² sind bei Akelius – selbst im Milieuschutzgebiet – kein Kommafehler sondern Realität.
Auch Leerstand kennen wir zur Genüge – sowohl vor den übertriebenen Modernisierungen als auch danach. Erst hängen die Wohnungen im Modernisierungsstau fest, dann sind sie zu teuer.
Dass Besetzungen ein legitimes Mittel gegen eine verfehlte Stadtpolitik sind, wissen wir noch aus den 80er Jahren. Wären damals nicht viele der zum Abriss freigegebenen Altbauhäuser instandbesetzt worden, wären weite Teile der traditionsreichen Innenstadt eine einzige Plattenbausiedlung geworden. Heute ist das Problem anders gelagert: Wird der bezahlbare Wohnungsbestand weiter schrumpfen, nehmen die sozialen Spannungen in der Stadt weiter zu, nebst den individuellen Tragödien. Doch Berlin soll weder eine Gated Community für Reiche werden, noch ein Museum – sondern ein Ort bleiben, an dem sich alle das Wohnen leisten können.
In diesem Sinne geht es den Besetzer*innen nicht um Radau oder kostenloses Wohnen, sondern um soziale Gerechtigkeit. Und in diesem Sinne erklären wir uns mehrheitlich mit ihnen solidarisch.


Offener Brief an Akelius-Mitarbeiter*innen - akelius-mietervernetzung - 30.11.2018

[30.11.2018] Offener Brief an die Akelius-Mitarbeiter*innen

Sehr geehrte Mitarbeiter*innen von Akelius,

Müssen Sie wieder die Arbeit ihrer erkrankten Kolleg*innen übernehmen, weil immer noch nicht genug neue eingestellt wurden? Haben Ihre Chefs die selben vertröstenden Vorschläge der letzten Monate, wie Sie die ganze Arbeit schaffen sollen?

Ist es Ihnen unangenehm, wenn Ihre Kolleg*innen damit angeben, wie sie wieder erfolgreich alteingesessene Mieter*innen aus ihren Wohnungen geekelt haben?

Fragen Sie sich, wer letztlich die Zeche für die Gewinne von Akelius zahlen muss? Machen Sie sich Sorgen, dass es Ihre eigenen Kinder sein werden, die später keine bezahlbare Wohnung mehr finden werden – oder Sie selbst, wenn Sie in Rente gehen?

Quält Sie der Widerspruch, dass Sie gern in einer seriösen Hausverwaltung arbeiten möchten und nicht dazu beitragen wollen, dass Menschen haufenweise aus Ihren Wohnungen fliegen? Ist es Ihnen in Ihrem Freundeskreis unangenehm sagen zu müssen, für wen Sie arbeiten?

Mussten schon viele Freund*innen, Familienangehörige oder liebgewonnene Nachbar*innen von Ihnen wegziehen, weil es einfach keine bezahlbaren Wohnungen mehr gibt, während die Wohnungen von Akelius sowohl vor als auch nach den „Modernisierungen“ monatelang leer stehen? Finden Sie nicht auch, dass eine Instandsetzung meistens gereicht hätte?

Machen Sie sich Sorgen um Ihre berufliche Zukunft, weil Sie Ihren Namen für eine Firma hergeben, die einen schlechten Ruf hat, weil sie nur ein großes Geschäft wittert ohne soziale Verantwortung zu übernehmen? Haben Sie Angst, dass Sie niemand mehr einstellen wird, wenn Akelius alle Häuser in Eigentumswohnungen umgewandelt und verkauft hat und weiterzieht?

Belastet es Sie, dass Sie als Akelius-Angestellte*r jede Gesetzeslücke und jedes Steuerschlupfloch gezielt ausnutzen sollen und die genehmigten Baumaßnahmen und Mietobergrenzen weit überschreiten sollen?

Wir sitzen im selben Boot! Wir Mieter*innen, Sie Angestellte und die Zukunft unserer Stadt bedeuten Akelius nichts. Es geht nur ums Geld. Nur um den Profit. Es geht einzig und allein darum, noch mehr Altverträge zu kündigen und noch mehr Steuerschlupflöcher und Gesetzeslücken zu finden. Ihre Chefs machen sich die Hände dabei nicht schmutzig, dafür benutzen sie Sie.


Doch das müssen Sie nicht zulassen:

Setzen Sie sich gegen die Missstände und Ungerechtigkeiten zur Wehr, mit Kolleg*innen oder in Gewerkschaften!

Schöpfen Sie den Rahmen Ihrer Möglichkeiten aus, sich den Mieter*innen gegenüber kooperativ und solidarisch zu verhalten!

Betrachten Sie die Mieter*innen nicht als Ihre Feinde, denn das sind sie nicht! Übernehmen Sie nicht die Perspektive Ihrer Chefs, für die die Mieter*innen nur Profitquellen aber keine Menschen wie wir alle sind. Die Mieter*innen sind niemand anders als Sie selbst, würden Sie in einer anderen Firma arbeiten.

Vermeiden Sie Kündigungen und Schikanen der Mieter*innen (wie falsche Nebenkostenabrechnungen, nicht Einhaltung von Fristen, das Wort-im-Mund-Rumdrehen, ungesetzliche Bauarbeiten, Räumungsklagen etc.)!

Gönnen Sie den Senior*innen einen ruhigen und sorgenfreien Lebensabend! Sie brauchen keinen Baulärm, keine ständig wechselnde Nachbar*innen und keine Angst vor der Kündigung. Sie brauchen Ruhe, ein stabiles soziales Umfeld und barrierefreie Räume im direkten Umfeld, in denen sie sich treffen können.

Geben Sie der Jugend eine Chance, ihr selbständiges Leben in einer eigenen Wohnung mit leistbaren Mieten starten zu können! Sie braucht keinen Luxus, sie braucht Freiheit, Unterstützung und Zuversicht in ihre Zukunft.

Schützen Sie die Kranken und die Familien, die in der Bewältigung ihres Alltags voll eingespannt sind und nicht mit ihren letzten Kräften und nicht in ihrer wenigen Freizeit die Schikanen des Vermieters abwehren sollten!

Nutzen Sie nicht die Singles und Zugezogenen aus, indem Sie nochmal besonders unseriös hohe Mieten für Kleinstwohnungen verlangen!

Sie müssen nicht alles tun, was Ihr Chef sagt! Seien Sie widerständig – ganz nach dem Sinn von Bertold Brecht: "Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht"

Mit freundlichen Grüßen,
Vernetzung der Akelius-Mieter*innen


RE: Reden, Vorträge, Soli-Erklärungen und Offene Briefe der Vernetzung der Akelius-Mie... - akelius-mietervernetzung - 05.04.2019

[29.03.2019] 40 Euro pro Quadratmeter??? - Nein Danke!!!
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen auf der Kundgebung vor der Akelius-Zentrale

Wir protestieren heute hier vor der Deutschlandzentrale von Akelius – einem Konzern, der in Berlin maßgeblich mit verantwortlich ist für massive Mietsteigerungen und gravierende Wohnungsnot. Akelius rechtfertigt seine hohen Mieten von bis zu 40,- Euro warm den Quadratmeter mit einer angeblichen Nachfrage nach modernen Wohnungen.

Doch das ist Quatsch! Akelius geht es nur um den Profit!

In seinem Geschäftsbericht von 2018 brüstet sich der Konzern mit der Steigerung von Mieteinnahmen um 600 Prozent am Beispiel der Nehringsstraße 11 in Charlottenburg. Dort hat Akelius drei Gewerbeeinheiten umgewandelt in vier kleinere Wohnungen und sie anschließend modernisiert. Dass die Anwohner*innen und Gewerbetreibenden laut dagegen protestiert haben, verschweigt Akelius. Letztlich konnte zwar die „Sternschnuppe“ bleiben, ein Laden der unter anderem Kinder der angrenzenden Schulen mit Lebensmitteln und anderen Dingen des täglichen Bedarfs versorgte – allerdings zur doppelten Miete.

Würde das Bedürfnis der Menschen dieser Stadt irgend eine Rolle spielen, wären es gerade die Wohnungen und Gewerbeeinheiten mit den günstigen Mieten, die angeboten werden müssen. Stattdessen zerstört Akelius systematisch den bezahlbaren Mietmarkt.

Wie sollte es auch anders sein, wenn ein selbsternannter Steuerexperte sich die existentielle Daseinsversorgung mit Wohnungen zum privaten Monopoly-Spielplatz macht? Allein in 2018 hat Akelius in Berlin 964 Wohnungen für 194 Millionen Euro dazu gekauft. Wohnungen mit bisher weitgehend akzeptablen Mieten. Eine dieser Wohnungen mit 25 Quadratmetern in der Wrangelstraße 92 hat Akelius vor zwei Wochen für 1060,- Euro Miete angeboten, das sind 42,- pro Quadratmeter!

Es reicht! Wohnen ist kein Luxus, sondern Menschenrecht!

Wir fordern, dass auch Akelius enteignet wird, damit der Wohnungsbestand mit den bezahlbaren Mieten erhalten bleibt! Denn die Wohnungsfrage wird am wenigsten durch überteuerten Neubau gelöst, sondern hauptsächlich durch den Schutz des Bestands!


RE: Reden, Vorträge, Soli-Erklärungen und Offene Briefe der Vernetzung der Akelius-Mie... - akelius-mietervernetzung - 17.04.2019

[06.04.2019] Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn! / Mietendemo in Berlin
Redebeiträge der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen

Rede im Enteignungsblock:
Wohnen ist Menschenrecht und kein Spielplatz für Monopoly-Spekulanten wie Akelius!

Akelius ist mit 13.700 Wohnungen einer der größten Eigentümer Berlins. Und laut des Berliner Mietervereins auch einer der aggressivsten. Die Zahlen bestätigen das: Jüngst deckte ein Journalisten-Team auf, dass bei Akelius im Vergleich zu anderen Wohnungsunternehmen das stärkste Ungleichgewicht zwischen den Ausgaben für Instandsetzung und Modernisierung besteht. Während das Unternehmen nur 9 € pro Jahr pro Quadratmeter zur Instandsetzung ausgibt, sind es 105 € für Modernisierungen. Das heißt für uns Mieter*innen: Wir müssen ewig auf dringend notwendige Reparaturen warten, die dann so billig wie möglich ausgeführt werden, während Modernisierungskosten bei jeder Gelegenheit auf uns abgewälzt werden.
Mit diesen Modernisierungen rechtfertigt Akelius dann auch Angebotsmieten von bis zu 42 € warm den Quadratmeter.
Dabei umgeht Akelius systematisch die gesetzlichen Vorgaben zur Regulierung der Mietentwicklung. Beispielsweise indem sie behaupten, Baumaßnahmen durchzuführen, die zu einer umfassenden Modernisierung der Wohnungen beitragen würden. Aber wir Mieter*innen lassen uns solche Spielchen nicht länger gefallen. Schon in mehreren juristischen Auseinandersetzungen musste Akelius einlenken, weil die verlangten Mieten nicht im gesetzlichen Rahmen lagen. Selbst Bezirksämter sind schon eingeschritten und haben Baustopps wegen ungenehmigter Baumaßnahmen gegen den Konzern verhängt oder einen Rückbau gefordert.

Wir fordern vom Gesetzgeber endlich die konsequente Abschaffung aller Ausnahmeregelungen im Mieterschutz!

Für uns Mieter*innen ist es immer wieder verblüffend, wie Akelius sich selbst darstellt. Sie behaupten, moderne Wohnungen anzubieten, da wir Berliner*innen uns hohe Qualität wünschen würden, legen dann aber neue Elektroleitungen über Putz. Sie behaupten, energetische Einsparungen zu fördern, reparieren aber nicht kaputte Türen und Fenster. Sie behaupten „bescheiden und bodenständig“ zu sein und sich „wohltätigen Zwecken“ verschrieben zu haben. 
Akelius ist wie die anderen Berliner Immobilienriesen auch eine Aktiengesellschaft. Der Großteil der Akelius Residential Property gehört der Akelius-Stiftung, die im Steuerparadies Bahamas sitzt und über zwei zypriotische Zwischenholdings 90 Prozent der Aktien besitzt.

Akelius ist keine seriöse Vermieterin, sondern der Monopoly-Spielplatz eines Steuerexperten!

Zu ihren vermeintlich wohltätigen Zwecken scheinen weder Instandsetzungen noch der Schutz von Bestandsmieter*innen zu gehören.

Deshalb fordern wir die Enteignung von Akelius! Wir fordern die Überführung des Wohnungsbestandes in eine Anstalt Öffentlichen Rechts, die von uns Mieter*innen kontrolliert wird!

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Rede für die Abschlusskundgebung:
Schließen wir uns zusammen und fegen wir die Spekulanten vom Tisch!

Es ist toll, dass heute wieder so viele Menschen auf der Straße waren, um gegen den Mietenwahnsinn zu demonstrieren. Es ist wieder einmal deutlich geworden, dass das Problem der hohen Mieten und der Verdrängung inzwischen jede*n hier in dieser Stadt betrifft.
Akelius ist eines der großen privaten Wohnungsunternehmen und Mietpreistreiber Nr. 1 mit Angebotsmieten von bis zu 42 Euro warm den Quadratmeter. Wir Mieter*innen haben die Nase gestrichen voll von Akelius und deren Geschäftspraxis. Ein Unternehmen, das nur 9 Euro pro Jahr und Quadratmeter in die Instandsetzung, dafür aber 105 Euro in die Modernisierung steckt, agiert vollkommen am Bedürfnis der Menschen vorbei.

Akelius geht es nur um den Profit. Uns aber geht es um das Menschenrecht auf Wohnen!

Deshalb organisieren wir uns, tauschen Informationen aus, helfen uns gegenseitig und machen die Geschäftspraxis von Akelius öffentlich. Alleine ist es verdammt schwer, mühsam und zermürbend sich gegen so einen Immobilienriesen wie Akelius zu stellen. Aber zusammen sind wir unendlich viel stärker. Die Gesetze haben viel zu große Lücken, durch die wir als Einzelne immer wieder durchfallen.
Aber zusammen verstopfen wir diese Löcher!

Deshalb rufen wir dazu auf: organisieren wir uns und kämpfen wir gemeinsam für unsere Rechte! Und denken wir nicht nur defensiv, sondern überlegen wir uns, wie wir leben und wohnen wollen! Setzten wir uns für die Verwirklichung unserer Wünsche ein und halten wir an unseren Träume fest! Es ist klar, dass uns nichts geschenkt wird. Wir müssen uns das Erreichen unserer Ziele erstreiten und erkämpfen. Tun wir es!

Bauen wir eine Mieter*innen-Gewerkschaft auf, in der wir den Vermieter*innen geschlossen gegenübertreten! Enteignen wir die großen börsennotierten Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen! Setzen wir die Deckelung der Mieten durch! Verhindern wir die Spekulation mit unseren Grundbedürfnissen durch private Konzerne! Nehmen wir uns endlich das zurück, was uns als Menschen allen gemeinsam gehört: den Grund und Boden!


RE: Reden, Vorträge, Soli-Erklärungen und Offene Briefe der Vernetzung der Akelius-Mie... - akelius-mietervernetzung - 08.06.2019

[18.05.2019] Reichenberger Straßenfest 2019
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen

Auf dem Reichenberger Straßenfest wurde der Redebeitrag
"Schließen wir uns zusammen und fegen wir die Spekulanten vom Tisch!"
gehalten, der eigentlich für die Abschlusskundgebung der Mietenwahnsinn-Demo am 06.04.19 gehalten werden sollte. Da die Abschlusskundgebung abgebrochen wurde, wurde dieser Redebeitrag auf dem Reichenberger Straßenfest gehalten.

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[07.06.2019] Kundgebung der Kampagne "Deutsche Wohnen & Co. enteignen!" und der European Action Coalition vor der Lobeckstraße 64
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen

Wir stehen heute hier in der Lobeckstraße, um gegen die Macht und das Profitstreben der großen Immobilienfirmen zu protestieren. 
In der Hausnummer 64 ist es die Deutsche Wohnen, die uns Mieter*innen das Leben schwer macht.
In den Hausnummern 65 bis 75, also direkt nebenan, ist es Akelius, die uns Mieter*innen das Leben schwer macht.
Dieser Häuser-Komplex besteht aus drei hintereinander stehenden Häusern, mit tollen großen Freiflächen dazwischen. Eigentlich ideal zum nachbarschaftlichen Wohnen und Leben.
Doch nicht so in diesen Häusern! Akelius hat den Komplex um 2014 herum gekauft. Letztes Jahr haben sie mit den Bauarbeiten begonnen. Alle Fassaden wurden mit Planen verhüllt, die Höfe mit Baumaterial und Schutt vermüllt, die Haustüren offen stehen gelassen, die Treppenhäuser verdreckt.
Für die Mieter*innen dieser Häuser bedeutet dies seitdem täglich Stress, Lärm, Deck und für einige sogar die Zwangsräumung. Vor reichlich einem Jahr hat Akelius aus diesen Häusern zwei Menschen ohne Mietschulden durch eine Zwangsräumung gewaltsam auf die Straße gesetzt. Zufällig wurde dies von Passanten beobachtet und uns gemeldet.

Wenige Wochen danach gab sich Akelius eitel und lud zur Besichtigung im Rahmen der Architekturtage 2018 in ihre neu eröffnete Akeliuszentrale an den Erkenenzdamm ein. Dieser denkmalgeschützte Wikingerhof ist ein großer Gewerbehof, aus dem Akelius zuvor 40 Künstler*innen und Ateliergemeinschaften und einige Kleingewebe vertrieben hat, um nun selbst repräsentativ im Herzen Kreuzbergs zu residieren. Als kleiner Beigeschmack: Von den zehn ehemaligen Wohnungen ist nur noch eine bewohnt. Den Rest nutzt Akelius anders, z.B. gewerblich als Mieter*innen-Büro. Auf Amtsdeutsch nennt man das Zweckentfremdung.
An einer Wand der Großraumbüros prangte zur Zeit der Architekturführung durch die Akeliuszentrale ein übergroßer Entwurf mit Streetartmotiven für die zukünftige Fassadengestaltung eben dieser Häuser hier nebenan in der Lobeckstraße 65 bis 75.

Doch nicht die lang ansässigen Mieter*innen dieses Viertels sollen in den Genuss der Verschönerung kommen. Vor einem Jahr zeugten die Briefkästen noch von viel Leerstand und einer großen Nachbarschaft mit dem klassischen Kreuzberger Migrationshintergrund.
Die neuen Mieten, die Akelius seit wenigen Wochen in diesen Häusern abruft, sind astronomisch:
1400 Euro für 70 m² in der Nummer 67
1500 Euro für 65 m² in der Nummer 71
1090 Euro für 35 m² in der Nummer 73
1012 Euro für 58 m² in der Nummer 74
Das ergibt eine Durchschnittsmíete von 23,67 Euro warm pro Quadratmeter. Der übliche Preis, den Akelius in Friedrichshain-Kreuzberg abruft.
Aber diese Mieten können und wollen wir uns nicht leisten! Unsere Antwort darauf ist deshalb kurz und einfach: Akelius & Co. enteignen!


RE: Reden, Vorträge, Soli-Erklärungen und Offene Briefe der Vernetzung der Akelius-Mie... - akelius-mietervernetzung - 28.06.2019

[27.06.2019] Miteinander gegen Mietenwahnsinn – Dem Immobilienkongress auf die Pelle rücken // Mahnwache gegen den ZIA Kongress
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen Berlin

Wir protestieren hier heute am sogenannten Tag der Immobilienwirtschaft gegen den alltäglichen Mietenwahnsinn, der uns in unserer fundamentalen Lebensgrundlage – dem „Wohnen“ – erschüttert. Uns bleibt keine Wahl: Wir können nicht einfach „nicht wohnen“. Dadurch wird ein immenser Druck erzeugt, der alltäglich auf uns lastet. Nicht jede*r kann das auf Dauer aushalten.
Aus unseren Häusern ziehen immer mehr Nachbar*innen aus. Viele wurden verdrängt und mussten ihre Kieze verlassen. Gerade wenn man Kinder hat, wenn man im Viertel fest verankert ist, entstehen Kontakte und Freundschaften, die sich nicht einfach wieder neu woanders schaffen lassen. Ebenso ältere Mieter*innen! Sie sind auf zentrale Infrastrukturen wie Arztpraxen und nachbarschaftliche Unterstützung in ihren Kiezen angewiesen. 
Für börsennotierte Wohnungsunternehmen wie Akelius zählt aber nur, wie sich eine Wohnung am teuersten vermieten lässt. Wo sollen wir denn noch hinziehen?! Auch die Berliner Randbezirke werden immer teurer.  Wie kann es sein, dass eine sechsköpfige Familie gekündigt und polizeilich geräumt wird und in einer Obdachloseneinrichtung unterkommen muss, nur um die Miete weiter in die Höhe zu treiben? 
Deswegen schließen wir Akelius-Mieter*innen uns zusammen!
Der Immobilienkonzern Akelius besitzt über 870 Häuser mit aktuell etwa 14.000 Wohnungen in Berlin und hat seinen weltweit wichtigsten Standort hier in der Stadt. Viele Häuser kauft Akelius im Share-Deal-Verfahren kauft, um die Stadt um die Grunderwerbssteuer und die Bezirke um ihr Vorkaufsrecht zu prellen.
Laut dem Berliner Mieterverein ist Akelius eine*r der aggressivsten Vermieter*innen in Berlin. Die Zahlen bestätigen dies: Jüngst deckte ein Journalisten-Team auf, dass bei Akelius im Vergleich mit anderen Wohnungsunternehmen das stärkste Ungleichgewicht besteht zwischen den Ausgaben für Instandsetzung und Modernisierung. Während Akelius nur 9 € pro Jahr pro Quadratmeter zur Instandsetzung ausgibt, sind es 105 € für Modernisierungen. Mit diesen Modernisierungen rechtfertigt Akelius Angebotsmieten von bis zu 42 € warm den Quadratmeter! Damit umgeht Akelius systematisch die gesetzlichen Vorgaben zur Regulierung der Mietentwicklung.
Wir Mieter*innen haben viele schlechte Erfahrungen mit Akelius gemacht:
• Unsere Anliegen werden immer wieder verschleppt.
• Wohnungen werden mit Hilfe geringster oder auch konstruierter Anlässe gezielt entmietet.
• Frei werdende Wohnungen werden ständig neu modernisiert und extrem teuer vermietet.
• Zunehmend werden Mietshäuser in Eigentumswohnungen umgewandelt.
Wir Mieter*innen nehmen das nicht widerspruchslos hin! 
Wir organisieren uns und treten gemeinsam für unsere Interessen ein!
Wir unterstützen uns gegenseitig und üben gemeinsam Druck aus auf alle, die für die heutige Situation verantwortlich sind, allen voran die Politik und die Wirtschaft!
Akelius hat hunderte Häuser, aber wir sind zehntausende Mieter*innen!
Die börsennotierten Wohnungsgesellschaften gehören enteignet und kommunalisiert! Wir Menschen in unseren Häusern und Nachbarschaften wollen unsere Wohnsituation selbst gestalten. Wir wollen gegenseitig Verantwortung für uns und unser Umfeld übernehmen. Was wir nicht wollen, ist verschleppte Instandsetzungen, unrechtmäßige Mieterhöhungen und Schikanen in Kauf nehmen, um die Profitrate von irgendwelchen Konzernen zu steigern. Wir wollen nicht vorgeschrieben bekommen, wo wir wohnen sollen und wo wir nicht mehr wohnen dürfen. 
Die Wohnungspolitik muss grundsätzlich verändert werden! Sie muss dem Einfluss von börsennotierten Wohnungsunternehmen entzogen, vom Markt genommen und unter Mitsprache von Mieter*innen neu gestaltet werden. Warum wird bei Mietverzug nicht erstmal eine Mahnung geschickt, sondern gleich gekündigt und sofort eine Räumungsklage hinterhergeworfen, obwohl die Kündigungsfrist noch gar nicht abgelaufen ist? Warum dürfen Vermieter*innen mit einem vorläufigen Räumungstitel zwangsräumen, ohne den Ausgang eines Berufungsprozesses abwarten zu müssen? Warum müssen Mieter*innen Fehler der Vermieter*innen immer hinnehmen und in zähen Prozessen um Korrektur oder Entschädigung kämpfen und werden selbst beim kleinsten Anlass rausgeschmissen? Dieses Ungleichgewicht hat keine Zukunft! 
Wohnen ist ein Menschenrecht! Wohnen muss als Grundrecht sicher gestellt werden! Wohnraum muss vergesellschaftet werden! Akelius & Co. müssen enteignet werden!


[27.06.2019] Miteinander gegen Mietenwahnsinn – Dem Immobilienkongress auf die Pelle rücken // Demo gegen den ZIA Kongress
Redebeitrag der Vernetzung der Akelius-Mieter*innen

Wir Mieter*innen von Akelius haben die Nase gestrichen voll!
Mieten von bis zu 42,- Euro warm den Quadratmeter.
Kündigungen, Räumungsklagen, Zwangsräumungen.
Dauermodernisierungen ohne Sinn und Verstand.
Umwandlung von Mietshäusern in Eigentumswohnungen.
Vernachlässigung von Reparaturen aber tägliches Putzen der Fassade.
Wachschutz zum Erhalt von Leerstand.
Jagd auf kreative Wandgestalter*innen.
Es reicht! Akelius kann gehen! Spekulant*innen haben kein Anrecht auf unsere Miete!
Die Enteignungskampagne ist super! 
Endlich wird mal wieder über die Eigentumsfrage nachgedacht.
Der Mietendeckel ist aber nur ein Anfang! 
Ausnahmeregelungen und Befristung müssen unbedingt entfallen.
Und sowieso: das eine hebt das andere nicht auf! Wir brauchen beides!
Aber es muss auch sonst noch grundsätzlich über vieles debattiert werden, z.B.:
Was ist die Rolle der Justiz?
Wir alle kennen noch Richterin Regine Paschke. Ganz nach ihrem Vorbild meinte letztes eine Jungrichterin in Neukölln, dass sich der Mieter eben einen anderen Vermieter suchen soll, wenn er mit Akelius so unzufrieden ist, dass er die Enteignung befürwortet.
Was ist mit der Trennung von Politik und Wirtschaft?
Wir wissen noch alle, wer Harz IV eingeführt hat und wer den öffentlichen Wohnungsbestand in Berlin privatisiert hat. Der Wechsel von Politiker*innen in die Wirtschaft ist Gang und Gäbe. Aber es geht auch andersrum: Multimilliardär Roger Akelius hat sich 2016 Schweden als Bauminister angeboten.
Was ist Gemeingut und gehört uns allen und ist prinzipiell unveräußerlich?
Grund und Boden sind wie Luft, Licht und Wasser etwas, was allen Lebewesen gleichermaßen gehört. Niemand hat das Recht es für sich alleine zu beanspruchen und zu kaufen oder zu verkaufen.
Es ist klar! Wir brauchen weder Akelius, noch die Deutsche Wohnen, Vonovia, ADO, Padovicz, Pears Global noch all die anderen.
Wir brauchen solidarische Lebensräume, gesellschaftliche Besitzverhältnisse, eine gemeinwohl-orientierte Wirtschaft inklusive echtem Klimaschutz und eine gleichwertige Verteilung des Wohlstandes für alle hier und weltweit.


Solidaritäts-Erklärung mit den "Freund*innen der Besetzung der Großbeerenstraße 17A" - akelius-mietervernetzung - 30.06.2019

Solidaritäts-Erklärung mit der Hausprojektgruppe
"Freund*innen der Besetzung der Großbeerenstraße 17A"


Wir sind entrüstet und wütend darüber, dass die Großbeerenstra­ße 17A am 29.5.19 unter Androhung polizeilicher Gewalt ge­räumt wurde und wir erklären uns solidarisch mit den Betroffe­nen und der Hausprojektgruppe.


Die mit der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (ASW) getroffenen Vereinbarungen, die Verhandlungen auf der Basis des Grundsatzes „Wohnraum ist keine Ware˝ vorsahen, wurden damit gebrochen. Jegliche Antwort auf die konstruktiven Vorschläge der Hausprojektgruppe blieb aus. Warum? Lieber wieder jahrelanger spekulativer Leerstand? Lieber neu bauen, wo Wohnraum schon da ist, nur damit man noch mehr Rendite er­zielt werden kann? 

Schon seit der Besetzung am 8.9.2018 kämpft die Hausprojekt­gruppe für die Umsetzung eines Konzepts, welches gemeinsames und solidarisches Wohnen sowie eine nachbarschaftliche und kul­turelle Nutzung vorsieht, wie sie viele Nachbar*innen und stadt­politische Initiativen fordern. Dies würde eine Beendigung jahre­langen Leerstands bedeuten, den eine Stadt wie Berlin nicht hinnehmen kann -  gerade bei der derzeitigen Wohnungsnot.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht – und Zwangs­räumungen und Leerstand sind ein inakzeptabler Skandal. Beset­zungen sind ein legitimes und wirksames Mittel dagegen und ihre permanente Kriminalisierung eine direkte Unterstützung derjeni­gen, die einen wirtschaftlichen Gewinn aus der Not anderer zie­hen.

Wir fordern, dass der Berliner Senat und der Bezirk Friedrichs­hain-Kreuzberg sich dafür einsetzen, dass wieder Gespräche mit der Hausprojektgruppe aufgenommen werden und über ihre Pro­jektvorschläge verhandelt wird.


Für eine nicht profitorientierte Nutzung der Großbeerenstraße 17A!

Die Aktions-AG der Akelius-Mieter*innen-Vernetzung Berlin